Vorwort vom Vorstandsvorsitzenden Herrn Mag. Helmut Siegler.
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder,
das Thema Nachhaltigkeit bzw. ESG (Environment, Social, Governance) bewegt uns alle, im gesellschaftlichen Rahmen ebenso wie in der Finanzbranche. Im März 2018 veröffentlichte die Europäische Kommission einen Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums. Seitdem geht es regulatorisch „Schlag auf Schlag“ und verschiedenste Verordnungen sind in Kraft getreten bzw. stehen noch vor der Tür. Wie zuletzt die Offenlegungs-Verordnung, die seit 10.03.2021 anwendbar und primär auf Asset Manager, Versicherungen und Banken mit Portfolioverwaltung fokussiert ist.
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Wir stehen hier erst am Beginn einer längeren Reise, die in den nächsten Jahren einen klaren nachhaltigen Fußabdruck in den Finanzunternehmen und auch im gesamten Anlage- und Produktspektrum hinterlassen wird. Das Gesamtvolumen nachhaltiger Fonds und Mandate hat sich in Österreich seit 2017 etwa verdoppelt und man rechnet weiter mit einem sehr starken Wachstum in diesem Segment. Fundiertes Wissen zu diesen Themen sehen wir ganz klar als Schlüsselfaktor, um diesen Weg gut meistern zu können. Wir haben Nachhaltigkeit bereits bei unseren Jahrestagungen thematisiert und waren Mitglied im SQC Standards & Qualifications Committee von EFPA, eine unserer beiden Dachorganisationen. Das SQC befasst sich mit den Anforderungen an Aus- und Weiterbildung für unsere Zertifikate. Dabei ist ein Lehrgang entstanden, der die praktische Umsetzung von Nachhaltigkeitsthemen und die regulatorischen Anforderungen an ESG-konforme Beratung zusammenführt.
Nachdem wir die Inhalte des Lehrgangs im Januar in Österreich vorgestellt hatten, konnten wir ein großes Interesse an dieser Ausbildung bei unseren Zertifikatsträgern, den Arbeitgebern und Ausbildungsinstituten feststellen. Deshalb haben wir im Februar zeitgleich mit unseren Partnerorganisationen in Italien und Spanien den Anfang gemacht und ein neues Zertifikat eingeführt, den EFPA ESG Advisor. Im Februar haben sich auch die beiden ersten Ausbildungsinstitute akkreditieren lassen, und derzeit befinden sich weitere im Prozess; auch die ersten Absolventen haben bereits um das Zertifikat angesucht. Wir sind überzeugt, dass wir damit neben dem Karrierepfad vom EIP® über den EFA® zum CFP® eine weitere sehr wichtige und aktuelle Spezialisierung anbieten.
Eine Neuigkeit gibt es auch in unserem Vorstandsgremium. Es freut uns, dass wir seit Anfang dieses Jahres ein neues Vorstandsmitglied in unseren Reihen begrüßen können, Herrn Gregor Lienbacher, BA, EFA®, CFP® . Er wird sich im Rahmen seiner Tätigkeit im Vorstand, vor allem den Themenbereichen IT, Digitalisierung und Rezertifizierung annehmen. Wir wünschen ihm viele Freunde und Erfolg dabei.
Viel Freude beim Lesen des Newsletters,
Ihr Helmut Siegler
EFPA Think Tank
Machen Sie mit beim heurigen Think Tank der EFPA!
Wir beziehen uns nochmals auf unsere e-Mail vom 25. Februar 2021 und die darin enthaltene Einladung, sich am diesjährigen EFPA Think Tank aktiv zu beteiligen. Die Anmeldefrist zur Teilnahme wurde seitens EFPA bis 20. April 2021 verlängert. Wie avisiert, findet zweijährig ein EFPA „Think Tank“ statt, um die Professionalität und die akademischen Methoden für die Finanzberatung und -planung zu fördern und um aktuelle Themen und die Entwicklung des Berufsstandes zu diskutieren. Aufgrund der Covid-19-Restriktionen wird der diesjährige Think Tank rein online abgehalten. Die Teilnehmer werden in zwei Gruppen aufgeteilt, die jeweils an einem bestimmten Thema arbeiten. Die Arbeitsgruppen werden von einem EFPA SQC-Mitglied geleitet, das den Teilnehmern Studien, Unterlagen und die wichtigsten zu diskutierenden Fragen zur Verfügung stellen wird. Die Teilnehmer werden sich vor Ende Mai 2021 in einem Webinar treffen, um die wesentlichen Aufgaben zu diskutieren und im Nachgang einen Fragebogen an die lokalen EFPA-Mitglieder zu schicken. Jeder Zertifikatsträger der an dem „Think Tank“ teilnimmt, erstellt danach eine Analyse der auf lokaler Ebene gesammelten Antworten, um diese mit den anderen Mitgliedern der gleichen Arbeitsgruppe auf europäischer Ebene zu teilen. Die SQC-Mitglieder organisieren eine vergleichende Analyse der verschiedenen lokalen Ergebnisse und teilen diese bis Anfang Oktober mit den Gruppenmitgliedern. In der zweiten Oktoberhälfte findet ein halbtägiges Online-Treffen statt, um die Ergebnisse der vergleichenden Analyse zu diskutieren und ein endgültiges Ergebnis vorzubereiten, das in einem abschließenden Webinar Ende November 2021 präsentiert wird. Seitens dem SQC werden Experten eingebracht, die bereit sind, an dem abschließenden Webinar teilzunehmen, um die von den EFPA-Zertifikatsinhabern durchgeführte Analyse zu diskutieren und zu bereichern.
Wir haben noch einen Platz frei - nutzen Sie die Chance, Teil eines international diversifizierten Think Tank Teams zu werden und sich mit Experten aus anderen europäischen Ländern zu brennenden Fragen der Finanzplanung auseinanderzusetzen.
ESG – Nachhaltigkeit Wie nachhaltig ist das Nachhaltigkeitsthema für die Finanzberatung?
Dass Nachhaltigkeit derzeit in aller Munde ist, wird man nicht bestreiten können. Die folgenden Überlegungen befassen sich mit der Frage, wie ernst man das Thema Nachhaltigkeit in der Beratung nehmen muss.
Nachhaltigkeit ist, wie gesagt, schon länger ein Thema. Doch so richtig Schwung in die Diskussion gebracht hat – auch wenn das manche nicht so gern hören werden – die Fridays-for-Future-Bewegung. Nicht dass sie die Politik zu raschem Handeln gezwungen hätte; aber sie hat in der Bevölkerung doch ein Bewusstsein geschaffen, dass der Klimawandel möglicherweise mehr ist als das Gerede von „Weltverbesserern“. Dass das Thema Klimawandel manifest ist, zeigt auch die Graphik oben (https://showyourstripes.info/). Sie zeigt den globalen Temperaturwandel von 1850 bis 2019 – und in den letzten Jahren wird es schon ungemütlich rot, also heiß.
Zum Glück hat die Politik doch darauf reagiert. So hat die EU nicht nur den Aktionsplan zur Finanzierung einer nachhaltigen Wirtschaft auf den Weg gebracht, sondern auch den Green Deal beschlossen.
Will man ernsthaft die Wirtschaft dekarbonisieren und in Richtung mehr Kreislaufwirtschaft bringen, so sind gewaltige Summen nötig. Immerhin hatte die EU-Kommission die Finanzierungslücke für das Erreichen des 40-Prozent-Ziels auf jährlich 260 Milliarden Euro geschätzt. Der Finanzbedarf für den Green Deal läge also bis 2030 eher bei drei Billion Euro als niedriger. Es ist evident, dass Staaten dies nicht aus dem laufenden Budget heraus bezahlen können. Auch wenn heute frei nach dem Draghi’schen „Whatever it takes“ manche nach dem Wahlspruch verfahren „Was kostet die Welt“, so sind doch der Verschuldung über kurz oder lang Grenzen gesetzt.
Und genau hier kommt der Finanzmarkt ins Spiel: Ohne Finanzierung privater Investoren über Börsen oder OTC wird das Kapital nicht aufzubringen sein. Und weil ich vorhin schrieb, dass die Politik zum Glück reagiert hat, fällt mir Friedrich Torberg ein, der die berühmte Tante Jolesch einmal sagen ließ „Gott soll einen hüten vor allem, was noch ein Glück ist“. Denn nun sind auch wir als Finanzberaterinnen und -berater gefragt. Es sind nicht nur die gesetzlichen Vorschriften oder die Aufsicht, die uns zwingen werden, uns mit Nachhaltigkeit zu befassen, es sind die Kunden selbst. Sie stimmen sozusagen mit den Füßen ab. So hat der deutsche BVI veröffentlicht, dass das Volumen nachhaltiger Publikumsfonds von 38 Milliarden Euro im Jahr 2018 auf 91 Milliarden im Jahr 2020 gestiegen ist. Die monatlichen Netto-Mittelzuflüsse nachhaltiger Publikumsfonds von 1 Milliarde Euro im Dezember 2017 auf über 3 Milliarden im Dezember 2020 belegen, dass es sich hier um keine Eintagsfliege handelt (die Zahlen stammen aus https://www.bvi.de/ueber-diebranche/nachhaltigkeit/ , hier finden Sie auch die dazugehörige Abbildung). Leider stellt die VÖIG keine derartigen Informationen zur Verfügung.
Was heißt das konkret für die Finanzbranche?
Seit 10. März 2021 müssen Asset Manager, generell Anbieter von Finanzprodukten, informieren, ob ihre Produkte Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen oder nicht, und wenn ja, in welchem Ausmaß. Doch das ist nur eine Seite der Medaille: Denn Kunden werden immer öfter kommen und über nachhaltige Investments beraten werden wollen (auch wenn es derzeit noch keine gesetzliche Verpflichtung dazu gibt). Dazu müssen Sie als Beraterin/Berater aber auch Bescheid wissen, was man unter Nachhaltigkeit versteht, welche Kriterien und Messmethoden es gibt und welche Gütesiegel was aussagen. Niemand wird von heute auf morgen zum Nachhaltigkeitsexperten. Aber über die Grundzüge nachhaltigen Investierens muss man Bescheid wissen, wenn man kundengerecht beraten will.
Es gibt aber auch ein weiteres Thema, dem man Aufmerksamkeit schenken muss, will man sorgfältig beraten: Derzeit kommt man gar nicht nach, so viele Fonds sind plötzlich „nachhaltig“. Handelt es sich hierbei um Etikettenschwindel, neudeutsch Greenwashing? Oder sind Portfoliomanager wirklich so fix im Aufsetzen neuer Fonds? Seltsam nur, dass viele „grüne“ Fonds denselben Namen wie früher tragen, nur mit dem schmückenden Beiwort ESG und auch dieselbe ISIN-Nummer haben. Auch darauf muss man trainiert sein.
Kurz gefasst bedeutet das die Entscheidung, ob „ESG“ die Pflicht oder die Kür ist. Sie sind gut beraten, Nachhaltigkeit und ESG schon jetzt zur Pflicht zu machen! Und damit wird Nachhaltigkeit für die Finanzberatung ein „nachhaltiges“ Thema! Sollten Sie noch nicht hausintern geschult worden sein, so gibt es am Markt in Deutschland und Österreich zahlreiche Bildungsangebote in Sachen Nachhaltigkeit, von denen einige hier vorgestellt werden sollen:
Blicken wir zuerst nach Deutschland: Hier dominieren die traditionellen Anbieter wie ebs Finanzakademie oder Frankfurt School. Die ebs bietet einen 7-tägigen Präsenzunterricht mit Abschlussprüfung (Kompaktstudium „Sustainable ResponsibleInvestments“) an, die Kosten betragen brutto 4.440 Euro. Der Lehrgang der Frankfurt School zum „Certified Expert in Sustainable Finance“ dauert ungefähr 6 Monate mit 8 verpflichtenden Einheiten, optional gibt es auch ein zweitägiges Präsenztraining in Frankfurt. Die Kosten dafür belaufen sich auf 1.550 Euro für online und ebenfalls 1.550 für das optionale Präsenztraining, alles mehrwertsteuerfrei. Ein weiterer etablierter Anbieter ist die DVFA mit der Onlineausbildung zum CESGA (Certified Environmental, Social and Governance Analyst) mit Kosten von 1.550 Euro netto. Daneben bietet auch das Forum Nachhaltige Geldanlagen eine „Weiterbildung Nachhaltige Geldanlage“ an, mit entweder rein online 9,5 Stunden oder online plus Präsenz mit 12 Stunden. Dafür werden 425 Euro für das reine Online-Training und 600 Euro für die Mischform Online-Präsenz verrechnet, jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer. Ein ganz neuer Anbieter in den Startlöchern ist die IASE Deutschland, die aber außer einer Website mit schönen bunten Bildern derzeit nichts Konkretes anbieten kann.
In Österreich ist das Angebot naturgemäß schmäler: ÖPWZ Finanzlehrgänge bietet einen Online-Kurs „Nachhaltigkeit ESG für eine praxisgerechte Umsetzungsanleitung mit Portfolio-Simulation“ über 14 Stunden zum Preis von 1029 Euro Mehrwertsteuerfrei an. Allerdings ist Anwesenheit an den Online-Terminen erforderlich, es gibt insgesamt drei Durchführungen für 2021. Der Finanzverlag bietet (vorerst) einmalig ein 4,5 stündiges Webinar zu „Sustainable Finance und Nachhaltigkeitsrisiken“ an, bekannteste Rednerin ist Prof. Kromp-Kolb. Der Preis beträgt 298 Euro netto. Denselben Kurs wie FNG in Deutschland bietet auch die ÖGUT in Österreich an, daher kann auf eine nochmalige Darstellung der Inhalte verzichtet werden. Weiters gibt es 2 Online-Lehrgänge „Beratung über nachhaltige Investments“, die 12 Stunden umfassen und mit einer Onlineprüfung abschließen. Anbieter der Lehrgänge sind Raiffeisen Campus und Banking Education and Examination Centre – BEC. Letztere ist auch bei FPSB Deutschland registriert. Beide Lehrgänge, die jederzeit begonnen und zeit- und ortsunabhängig absolviert werden können, kosten EUR 350 netto. Noch wichtiger aber ist, sie sind vom Österreichischen Verband Financial Planners EFPA-akkreditiert und ermöglichen die Zertifizierung zum EFPA ESG Advisors. Damit sind sie im deutschen Sprachraum die einzigen, welche die EFPA-Qualifizierung ermöglichen. Immerhin gibt es über dreißig beim Verband zertifizierte EFPA ESG Advisor, weitere 300 sind „in der Pipeline“.
Sie sehen, es bleibt spannend. Und eines ist sicher: Das Thema Nachhaltigkeit bleibt uns noch lange erhalten!
Prof. (FH) Mag. Otto Lucius, CFP®, EFA® luius@beec.at
Buchempfehlung
Token Economy Wie das Web3 das Internet revolutioniert
Von Shermin Voshmgir. 399 Seiten, Verlag Token Kitchen 2020, ISBN 978-3-9821038-5-3, EUR 27,30 (Amazon). Als E-Book erhältlich unter ISBN 978-3-9821038-8-4.
Bitcoin scheint eines der Themen zu sein, die neben Corona alles beherrschen. Die sog. Kryptowährung eilt (mit kleinen) Rücksetzern von Kurshoch zu Kurshoch. Das weckt Neugierde, wirft Fragen auf. Allerdings beschäftigen sich viele gar nicht damit, welches Konzept dem Phänomen Bitcoin zugrunde liegt. Manche investieren aus Neugier, manche aus der Angst heraus, etwas zu verpassen, und manche, weil auch große Unternehmen wie Tesla Bargeldbestände in Bitcoin anlegen. Die wenigsten kennen sich aus und investieren aus Überzeugung. Dabei ist Bitcoin ein interessantes Phänomen, aber eben doch nur eine Ausformung der neuen Blockchain-Technologie.
Und genau diese Blockchain-Technologie ist zukunftsweisend, auch für die Finanzindustrie. Nicht umsonst haben die Oesterreichische Kontrollbank und die Erste Group etwa Emissionen auf Blockchain-Basis vorgenommen. Und genau deshalb hat die Raiffeisen Bank International eine eigene Abteilung, die sich mit Tokens befasst und mit dem Austrian Blockchain Center zusammenarbeitet. Die Anwendung der Blockchain-Technologie (oder auch DLT, Distributed Ledger Technology) ist aber nicht auf Österreich beschränkt. So hat etwa Santander 2019 einen Green Bond auf Blockchain-Basis, konkret auf Ethereum emittiert. Und auch die Weltbank hat schon Green Bonds auf DLT-Basis emittiert. Aber auch im Immobilienbereich kann Blockchain mit den Smart Contracts eingesetzt werden – und wird auch schon konkret eingesetzt. Hier liegt der Charme darin, dass man sich unkompliziert in Teile einer Immobilie investieren kann. Der Schlüssel zum Erfolg sind eben Tokens. Die Autorin dieses Buches spricht im Zusammenhang mit Tokens und DLT auch vom Web3. Und Tokens sind für das Web3 das, was das html- Protokoll einmal für das Internet war. Ihrer Ansicht nach haben Tokens das Potential, das Internet zu revolutionieren.
Die Verfasserin dieses Buches, Frau Shermin Voshmgir, ist eine Pionierin auf dem Gebiet der Blockchain. Sie ist Gründerin des Blockchain Hub Berlin und Co-Gründerin des Forschungsinstituts für Kryptoökonomie an der WU Wien und an zahlreichen Projekten im Bereich Blockchain beteiligt, etwa dem Kulturtoken der Stadt Wien.
Frau Voshmgir hat 2019 das Buch Token Economy veröffentlicht, dessen deutsche Fassung nun vorliegt. Dieses Buch sei wärmstens zur Lektüre empfohlen. Es dient nicht nur der eigenen Wissensmehrung, sondern man kann auch Fragen von Kunden zu „Kryptowährungen“ besser beantworten, weil dann besseres Verständnis vorhanden ist.
Das Buch ist keine leichte Kost, also ein Buch, das man an einem Tag ausliest. Was aber das Verständnis ungemein fördert, ist der Umstand, dass es nach jedem Kapitel eine kurze Zusammenfassung gibt. Für ganz Interessierte finden sich zu jedem Kapitel weiterführende Literaturhinweise.
Teil 1 des Buches befasst sich mit den technischen Grundlagen der TokenÖkonomie, Teil 2 handelt von Smart Contracts und Dezentralen Autonomen Organisationen, den DAOs. Es sind genau diese Smart Contracts, die das Potential haben, unser Wirtschaftsleben umzukrempeln. Teil 3 beschreibt die Token-Ökonomie und Decentralized Finance (DEFI). Und genau hier wird es spannend, denn hier eröffnen sich viele Anwendungsfelder auch für Banken. Der letzte Teil 4 bringt Anwendungsbeispiele für Tokens. Abgerundet wird das Buch von einem Ausblick und einem Anhang, der auch aktuelle Beispiele wie Libra und Co. nennt.
Wer Frau Voshmgir als Vortragende beim letzten Finanzplaner Forum erlebt hat, weiß, wie anschaulich sie komplexe Dinge darzustellen weiß. Das ist auch hier der Fall: Beim Begriff Token schüttelt man zuerst verständnislos den Kopf, was das denn wieder sein soll. Wenn die Autorin aber erklärt, auch Kaurimuscheln oder eben unser heutiges Geld seien Tokens, dann wird das schon greifbarer. Ein anderes Beispiel: Viele bezeichnen Bitcoin als Währung der Zukunft. Frau Voshmgir hält dem die grundsätzlichen Funktionen des Geldes entgegen und meint lakonisch, Bitcoin würde sich nie als eine Währung durchsetzen, weil man beim Schreiben des Protokolls schlicht auf einen Stabilisierungsmechanismus vergessen hat. Aus diesem Grund ist der Preis von Bitcoin ausschließlich von Angebot und Nachfrage getrieben.
Wer dieses Buch gelesen hat, profitiert nicht nur selbst, sondern kann auch bei einer der spannendsten Entwicklungen der Wirtschaft mitreden. Ich kann dieses Buch, das man über Amazon bestellen kann, nur vorbehaltlos empfehlen.
Prof. (FH) Mag. Otto Lucius, CFP®, EFA®, HonCFP, EFA (Hon)
Vorstellung Gregor Lienbacher
Gregor Lienbacher, der hauptberuflich bei der Capital Bank in Salzburg als Berater im Bereich Private Banking und Corporate Investments tätig ist, komplettiert das nunmehr neunköpfige Team, das an der Spitze des Verbandes Financial Planners steht. Mit seinem Alter von 30 Jahren ist der Finanzexperte das jüngste Vorstandsmitglied in der Geschichte des Verbandes.
1. Welche Funktion und Ressorts haben Sie im Verband?
Ich verantworte als Vorstandsmitglied des Verbands das Ressort Internet und Informationstechnologie. Meine Affinität zu diesem Ressort ist hier gefordert, um Digitalisierung und strukturelle Veränderungen im Verband voranzutreiben. Weiters kümmere ich mich um die Re-Zertifizierung von Top Beratern im Bereich der Ausbildungen zum European Financial Advisor und Certified Financial Planner. Nach Einarbeitung in diese Themen ist für mich die Finanzbildung der österreichischen Bevölkerung ein sehr wichtiges Anliegen.
2. Welche Themen beschäftigen Sie zurzeit?
Ich möchte Verständnis für das Berufsbild des Private Bankers in Österreich erzeugen und wie wichtig eine hochwertige Ausbildung in diesem Bereich ist. Vor allem nutze ich meine Vorstandsposition dazu, auch Branchenkollegen zu einer Ausbildung zum CFP zu begeistern.
3. Was gefällt Ihnen an Ihrer Tätigkeit besonders?
Aus dem Zusammenwirken von Trends entsteht gesellschaftlicher Wandel und Fortschritt. Deshalb ist auch das Ressort Internet und Informationstechnologie nicht zu vernachlässigen und ein weiterer Schritt in die Zukunft, diese Themenbereiche im Verband stärker zu forcieren. Besonders am Herzen liegt mir auch das Ausbildungsniveau in der Finanzbranche. Nur bestens ausgebildete Berater können unseren Kunden einen deutlichen Mehrwert liefern. Der ganzheitliche Beratungsansatz ist hier das wichtigste Prinzip für die professionelle Vermögensstrukturierung.
4. Was bedeutet Geld für Sie?
Ich bin der festen Überzeugung, dass Geld nur einen Bruchteil an Glück erzeugt, es schafft jedoch finanzielle Freiheit und beruhigt oftmals die Nerven. Wenn ich an die Bedeutung von Geld denke, entstehen die Gedanken von Möglichkeiten. Nicht nur die Möglichkeit, etwa selbst ein Projekt auf die Beine zu stellen, sondern auch einen philanthropischen Beitrag zum Gemeinwohl zu erzeugen. Geld bedeutet auch Freiheit, wichtige Schritte im Leben gehen zu können, ohne Existenzängste zu haben!
5. Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
Ich bin Sport- und Naturliebhaber. Beim Wandern und Bergsteigen fühle ich mich frei. Ich liebe es, am Gipfel zu stehen, während die Sonne das wunderbare Bergpanorama in Österreich in strahlendes Licht taucht. Außerhalb von Lauf- und Wanderstrecken treffen Sie mich oft bei kulinarischen Ausflügen in der Seenwelt Salzburgs an. Meine Urlaubsreisen befinden sich oftmals außerhalb Österreichs. Ich entdecke gerne neue Kulturen und Länder, um meinen Horizont zu erweitern.
Terminvorschau 2021
Für 2021 ABGESAGT Fonds professionell Kongress
21. September 2021 Generalversammlung und Verbandstagung Auch heuer Jahr findet im September unsere Generalversammlung und Verbandstagung in Wien statt.
10. und 11. November 2021 8. Finanzplaner Forum Österreich, im Vienna Marriott Hotel am Parkring 12, 1010 Wien
Wir freuen uns wieder auf rege Mitwirkung seitens unserer Mitglieder.